Rebriefing Training 30. Jan

Wir hatten etwa 3 Bft mit teils heftigen schnell ziehenden Böen aus NW.

Um das Feld bei den Bedingungen nicht so weit auseinander fahren zu lassen gab es folgende Übungen:

  • Warmfahren mit je 20 Wenden und Halsen auf der Startlinie
  • Um eine feste Leetonne und eine treibende Luvtonne zunächst gegen den Uhrzeigersinn Up and Downs fahren bis die Tonnen auf 30 m zueinandergetrieben sind.
  • Im Anschluß das ganze nochmal im Uhrzeigersinn
  • Anschließend fuhren alle den Kurs Up and Down – Dreieck – Up and Down immer im Wechsel. Jeder wurde dabei 10 Minuten vom Trainerboot begleitet und erhielt Tips zu Trimm oder Taktik.
  • Zum Schluß gab es noch vier kurze Wettfahrten (Olympisches Dreieck)

Anhand der Fotos und Videos ist mir bei 6 von 7 Teilnehmern folgendes aufgefallen:

Um vermeindlich schneller auf Böen „reagieren“ zu können wurde eine Art Schonhaltung eingenommen.

Das diente bei allen dazu möglichst schnell mit dem Körper rein und rauszurutschen. In allen Fällen kam die Böe überraschend, es fehlte die Voraussicht. Man kann mit Körper und Schot gleichzeitig keinen Ausgleich zu dem erhöhten Druck herstellen ohne in einen Schlingerkurs zu geraten.

Es passiert das Unvermeidliche, irgendwann steht man im Wind und parkt durch Hartruderlage ein. Oder es gibt einen Strömungsabriss am Ruder mit Sonnenschuss oder Kenterung

So schwierig das auch erscheint, man bewältigt das indem der Körperschwerpunkt (Hintern) immer draußen sitzen bleibt. Die Füße sind da wo sie bei vollem Hängen auch wären. Der Druckausgleich wird fast ausschließlich mit der Schot bewältigt. Hierbei geht die Schot innerhalb von einer Sekunde 1-1,5 m auf und wieder zu. (Nur beidhändig zu erreichen).
So nimmt man schnell den Druck vom Ruder und nimmt Lage raus. Wichtig! Schnell wieder dicht, damit keine Pendelbewegung nach Luv entstehen kann.

Der wichtigste Tip ist hier das vorausschauende Segeln. Die Augen sind zu 90 % auf das Wasser nach vorne gerichtet und scannen die Wasseroberfläche. Man versucht immer die Ränder der Böen zu erreichen, um dort den Lift mitzunehmen. Trifft einen die Böe unerwartet mittig, hat man 30-40° Windreher und eine plötzliche Verdoppellung der Windkraft. Das ist kaum vernünftig seglerisch zu bewältigen. Das gilt im Übrigen auch auf dem Vorwindkurs. Bei starken Böen, immer nach hinten schauen, die kommenden Böen nicht aus den Augen lassen.

Eine Böe ist ein Wirbel, der in langsamere Luft gerät und nach unten aufs Wasser gedrückt wird. Der Wirbel beschleunigt die Luft an der Wasseroberfläche

in der Abbildung c)

Die Zeichung zeigt typische Böenkragen, wie sie am Sonntag ständig über den Sorpesee zogen.

Deutlich sieht man man , dass nur sehr kurz der Wind dreht und dann hinter sofort ein Loch entsteht.

Durchfährt man diesen Kragen nahe der Mitte quert man die beschleunigte gedrehte Luft sehr schnell. Das typische Krängen nach Lee und sofort wieder nach Luv.

Fährt man auf der Kante rechts oder links hat man viel länger was davon. Und man kann kontrolliert an der Kante entlang Höhe und Speed gewinnen Richtung Luv

aus dem Buch: „Hochleistungssegeln“

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